GIESSEN – Das war unser Aprilscherz! Gute Nachricht für Zweirad-Fahrende: Durch eine konsequente und nachhaltige Maßnahme ist Gießen jetzt autofrei und Zweiräder haben die Stadt für sich. Pfosten auf allen Einfallstraßen filtern jetzt den Verkehr. Das System sei selbsterklärend und unschlagbar günstig, heißt es.

April, April!
Diese Meldung war unser Beitrag zum 1. April, der traditionell mit einigen kuriosen, kreativen oder einfach nur komischen Meldungen die Menschen mit Scherzen „in den April“ schickt. Aprilscherze werden übrigens in den meisten europäischen Ländern sowie in Nordamerika begangen. Welcher geschichtliche Hintergrund letztlich zu den Aprilscherzen führte ist ebenso viel diskutiert, wie die Frage, ob man diese Scherze braucht und was man lustig findet.
Uns war es jedenfalls wieder eine Freude. Viele haben rasch bemerkt, dass es sich bei unserer Meldung um einen Aprilscherz handelte. Einen Ring aus Pfosten auf den Einfallstraßen in die Stadt Gießen gibt es jedenfalls nicht. Dort wird niemand mit Pfosten ausgesperrt. Unser Foto war am Computer bearbeitet und die Meldung frei erfunden. Jetzt geht’s wieder ernsthaft weiter in der Redaktion von Radsportnachrichten.com.

Es soll die günstigste und konsequenteste Maßnahme sein, um den Autoverkehr in Gießen zu reduzieren: Auf allen Einfallstraßen in Gießen reduzieren ab sofort Pfosten den Autoverkehr drastisch – nämlich auf Null.
Auf allen Straßen, die in die Stadt führen, haben nur noch diejenigen Fortbewegungsmittel eine Durchfahrtsmöglichkeit, die zwischen den Pfosten hindurch passen. Das bedeutet freie Fahrt beispielsweise für Fahrräder, Skateboards und Roller und schließt Autos und Lastkraftwagen unmissverständlich aus.
Weil die Maßnahme derart einfach umzusetzen war, konnten die „Fahrzeugfilterungsanlagen“, wie sie im Amtsdeutsch korrekt heißen, über Nacht eingebaut werden. Die für einige Verkehrsteilnehmende überraschende Maßnahme sorgte am Dienstagmorgen (01.04.) zunächst für Stau auf der Licher Straße (unser Foto), der Grünberger Straße und der Frankfurter Straße. Mit Leih-Fahrrädern konnte der Berufsverkehr dort aber auf Wunsch fortgesetzt werden.

Nur Stadtbusse und Rettungsfahrzeuge „eingeschlossen“
Größte Herausforderung sei gewesen, dass sich keine PKW und LKW innerhalb des Stadtzentrums befunden hätten, als die Pfosten in der Nacht aufgestellt wurden. Drinnen bleiben durften nur Stadtbusse und Rettungsfahrzeuge. Die Stadtbusse drehen nun auf angepassten Linien ihre Runden – wie der Name schon sagt, ausschließlich in der Stadt. Da auch Motorräder zwischen den Pfosten hindurch passen, müssen sie innerhalb des abgeriegelten Stadtkerns geschoben werden.
Die Kosten für die Maßnahme seien denkbar gering: Alle Pfosten, die nun auf den Ein- und Ausfahrten in die Stadt stehen, sind gebraucht und standen vorher an anderen Stellen in der Innenstadt. Da diese jetzt garantiert autofrei ist, konnten die Pfosten kostengünstig zu einem Ring um die Stadt versetzt werden.
Aber Achtung, falls jemand ein Schlupfloch findet und nutzt: Wer mit dem Auto in die Stadt einfährt, riskiert ab 1. April ein schmerzliches Verwarngeld und bekommt einen Gutschein für das Gießener Leih-Fahrrad-System.